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Abstrakt: Was kann man bei Depressionen gegen Interessenlosigkeit und Energiemangel tun?

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Depressionen - Was kann ich bei Energielosigkeit und fehlenden Interessen machen?

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Geschrieben von: Dr. Martin Winkler
Erstfassung: 2004-01-12. Geändert: 2016-01-30.

Was kann ich gegen meine Energielosigkeit und fehlenden Interessen bei meinen Depressionen machen?

Wie steigert man angenehme (positive) Aktiviäten bei Depressionen?

Antwort:
In einer depressiven Phase ist es häufig ausgesprochen schwierig überhaupt irgendwelche Freude an einer Aktivität zu verspüren oder eigentlich angenehme Dinge wahrzunehmen. Selbst die geringsten Dinge kosten schon unglaubliche Kraftanstrengungen und werden so als Last empfunden.

Häufig ist es nun so, dass gerade die Unternehmungen und Aktivitäten zuerst eingestellt werden, die die Menschen früher noch geniessen konnten bzw. gerne gemacht haben. Sei es aus fehlendem Antrieb und mangel an Energie, sei es dass ihnen schlicht nichts einfällt, was sie tun können. Manchmal spielen aber auch Befürchtungen eine Rolle, dass andere Mitmenschen sie in einem so desolaten Zustand sehen könnten oder man schlicht nur anderen zur Last fallen würde.

Leider ist es auch so, dass einem in der Depression selbst kaum Dinge einfallen würden, die einem eigentlich gut tun oder Spass machen.

Dies führt zwangsläufig dazu, dass man immer weniger angenehme Dinge erlebt und sich immer weiter in eine Depressionsspirale nach unten befindet.

Die Verhaltenstherapie setzt daher häufig an den Aktivitäten des Patieten an und versucht in der Therapie mit dem Patienten schrittweise die Rückkehr zu gewohnten Lebensabläufen zu erreichen.

Wie könnte man hierbei vorgehen?

  • Suchen Sie nach Unternehmungen und Aktivitäten die sie vor der Depression geniessen konnten oder gerne (d.h. ohne Zwang oder Verpflichtung) gemacht haben Schreiben Sie einmal auf ein Stück Papier, was sie vor dem Auftreten der Depression an einem normalen Tag so gemacht haben. Neben den ganz alltäglichen Verpflichtungen könnte es z.B. sein, dass sie sich eine Tasse guten Tee gemacht haben, mal mit einem Haustier gespielt haben, einen Spaziergang an einen Bach oder Fluss gemacht haben. Sind sie vielleicht regelmässig in die Sauna oder zum Schwimmen gegangen, haben sie Spass an Musik oder aber einem bestimmtem Hobby gehabt?

    Schreiben Sie die Dinge einfach mal auf die Liste.

    Häufig hört man von den Patienten dann, dass man jetzt gerade ganz sicher diese Unternehmungen nicht machen könnte. Vielleicht hilft es aber, wenn sie sich gedanklich damit beschäftigen würden. Wieder einmal mit Freunden oder Angehörigen über gemeinsame Interessen und positive Erlebnisse reden (z.B. ein schöner Urlaub oder eben Treffen)

  • Manchmal hat man auch so seine eigenen Träume von positiven Dingen oder Aktivitäten (z.B. ein Urlaub), die man noch nie gemacht hat, aber gerne mal umsetzen würde Was könnte dies bei Ihnen sein? Vielleicht wollten Sie schon immer einmal mit ihrem Partner einen Tanzkurs machen, in ein Musical fahren oder aber einen gemeinsamen Urlaub in Griechenland?

    Was wäre ein Ziel für sie, dass sie nach Ende der Depression als eine "Belohnung" für sich sehen könnten?

    Nun ist es sicher so, dass man nicht nach dem "Alles-auf-einmal"-Prinzip vorgehen sollte.

  • Erhöhen Sie also Schritt für Schritt ihre Aktivitäten und gehen Sie dabei langsam vor!

    Suchen Sie sich dafür zu Beginn der Woche aus der Liste der für sie angenehmen Aktiviäten ein oder zwei Unternehmungen aus, die sie in der Woche ausprobieren könnten.

    Ehrlich gesagt geht es (noch) nicht darum, dass sie dabei ganz viel Spass oder Freunde empfinden und auch die Depression wird noch nicht sofort davon verschwinden. Aber : Sie werden merken, dass sich schrittweise durch mehr Aktivitäten auch die Stimmung verbessert. Probieren Sie es aus, es ist einen Versuch wert!

  • Unterteilen Sie Aufgaben in kleine Schritte

    Manchmal erscheint einem auch eine angenehme Sache als unüberwindbare Aufgabe und Herausforderung. Dann macht es Sinn sich zu überlegen, wie man die Aufgabe in Zwischenziele unterteilen könnte. Mit einem Verhaltenstherapeuten wird man die hierfür notwendigen Schritte sehr praxisnah erörtern und sich dann an die Umsetzung heranmachen.

    Ein Beispiel ?

    Nehmen wir an, Sie haben sich für Blumen interessiert und immer gerne im Garten gearbeitet. Aber jetzt in der Depression würde die Gartenarbeit viel zu anstrengend und überhaupt wäre im Garten soviel zu tun, dass sie es als unbezwingbare Aufgabe ansehen würden. Aber die Geranienkästen am Balkon könnten ein Beginn sein, gerade weil da neue Pflanzen eingesetzt werden müssten.

    1. Wählen Sie in einem Katalog neue Pflanzen aus. (Wo bekommen Sie den Katalog? Wann gehen sie in ein geeignetes Geschäft?

    2. Entfernen Sie evtl. alte Pflanzen aus den Kästen (Wann genau wollen Sie das machen? Was benötigen Sie dazu?)

    3. Bereiten Sie die Pflanzerde auf (evtl. Düngen)

    4. Setzen Sie die neuen Pflanzen ein.

    Dies soll das Grundprinzip verdeutlichen, dass sich natürlich auf andere Aktivitäten übertragen lässt. Ganz wichtig ! Belohnen Sie sich für ihre Anstrengungen!!!! Hier sollte ihr persönliches Umfeld (Lebenspartner / Freunde) mit einbezogen werden, die sie regelmässig unterstützen und ermuntern sollten. Denn Lob tut uns allen gut!

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