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ADHS und ungesättigte Fettsäuren

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Geschrieben von: Martin Winkler
Erstfassung: 04 Feb 2003. Geändert: 04 Feb 2003.

Helfen mehrfach ungesättigte Fettsäuren bei ADHS?

Antwort:
Über eine Selbsthilfegruppe bin ich (Kinderarzt, bisher wenig Erfahrung mit ADHS-Patienten) auf britische und amerikanische Studien aufmerksam geworden, die einen Zusammenhang zwischen ADHS und Dyslexie (Lese-Rechtschreibschwäche) und Nahrungsmittelergänzungsstoffen wie ungesättigten Fettsäurenpostulieren. Ist ein Therapieversuch gerechtfertigt?

Tatsächlich wird immer wieder davon berichtet, dass möglicherweise eine Untergruppe von Kindern mit ADHS und Lese-Rechtschreibschwäche (Dyslexie bzw. Legasthenie) bzw. Koordinationsstörungen (Apraxie) von einer zusätzlichen Therapie mit Nahrungsmittelergänzungsstoffen profitieren könnten. Diese Kindern sollen sich angeblich durch eine Neigung zu Allergien bzw. Überempfindlichkeiten erkennen lassen und hätten u.a. raue Haut, trockene Haare oder besondere Empfindlichkeiten.

In den vergangen Jahren wurden zahlreiche sehr gegensätzliche Meinungen zur Bedeutung von Nahrungsmittelergänzungen bei ADHS geführt. Leider stehen dabei die verfügbaren - scheinbar wissenschaftlich abgesicherten - Informationen meist in einem sehr direktem Zusammenhang mit Verkaufsinteressen der Hersteller bzw. einiger Buchautoren, die damit Profit machen wollen. Die Qualität der Untersuchungen genügte auch zumeist nicht üblichen medizinischen Standards.

Diese Mittelchen sind meist ziemlich teuer.... Zumindest von der Mehrzahl der Experten wurde KEINE durchgreifende Wirkung von irgendwelchen Nahrungsmittelergänzungen bei ADHS gesehen. Dies gilt auch für die mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Es bleibt kritisch zu hinterfragen, ob eine normale ausgewogene Ernährung nicht eine ausreichende Zufuhr ermöglicht bzw. ob durch eine Zusatzernährung überhaupt eine nennenswerte Erhöhung der Aufnahme und Verfügbarkeit dieser Substanzen möglich ist.

Als "Alternative" zu herkömmlichen Therapieverfahren bei ADHS bzw. Dyslexie würde ich einen solchen Therapieansatz persönlich ablehnen. Sollten Eltern aber einen eigenen Therapieversuch machen wollen, würde ich sie auch nicht abhalten. Sie sollten aber auf die Kosten und die geringe Aussicht auf Besserung hingewiesen werden...

Achtung: Die Informationen auf Web4Health ersetzen nicht die professionelle Diagnostik, Beratung und Therapie bei einem Arzt oder Psychologen! Sie stellen nur ein Informationsangebot dar, dass wir nach hohen Qualitätskriterien und klinischer Erfahrung gestalten. Alle Informationen über diagnostische und therapeutische Methoden (inkl. Informationen über Medikamente) gelten nicht als persönliche Empfehlung oder Therapievorschlag. Für den Inhalt der verlinkten Internetseiten wird keine Haftung übernommen. Insbesondere gibt der Inhalt dieser Internetseiten nicht notwendig die Meinung von Web4Health wieder. Sollten Sie Änderungsvorschläge haben oder Fehler bemerkt haben, schreiben Sie uns .
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